
Im Rahmen des Lernfeldes 11 „Psychiatrie“ haben wir als Pflegeklasse im 3. Lehrjahr des SBZ Nordhausen einen Ausflug zur Suchtberatungsstelle der Diakonie in Nordhausen unternommen. Begleitet wurden wir dabei von unserer Lehrerin Frau A. Manzke. Zu Beginn unseres Besuches erhielten wir eine Führung durch die Einrichtung. Diese wurde von einem Betroffenen durchgeführt, was wir als besonders interessant und eindrucksvoll empfanden. Er sprach offen über seine persönlichen Erfahrungen und gab uns einen ehrlichen Einblick in sein Leben. Dabei erzählte er uns auch, wie es ihm in der Einrichtung geht und welche Unterstützung er dort erhält. Besonders beeindruckt hat uns, dass er ein eigenes Atelier nutzen kann, in dem er seiner Begeisterung für Kunst nachgeht. Man konnte deutlich merken, wie wichtig ihm diese Tätigkeit ist und wie sehr er darin aufgeht. Die Einrichtung besteht aus drei Bereichen: einer Beratungsstelle, einer Tagesstätte und einer Clean Wohngemeinschaft. Uns wurde anschaulich erklärt, welche Aufgaben die einzelnen Bereiche haben und wie die Menschen dort auf ihrem Weg unterstützt werden. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine intensive und individuelle Betreuung ist.
Im weiteren Verlauf des Tages haben wir viele Informationen zum Thema Sucht erhalten. Wir haben gelernt, dass es viele verschiedene Formen einer Sucht gibt, sowohl stoffgebundene wie Alkohol oder Drogen, als auch nicht stoffgebundene wie Glücksspiel oder Internetsucht, und wie unterschiedlich sich diese äußern können. Erschreckend war die Zahl von 540 Neuaufnahmen allein im letzten Jahr. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene die angebotene Hilfe auch annehmen und damit eine Chance auf Unterstützung und Veränderung erhalten. Außerdem haben wir darüber gesprochen, wie der Umgang mit Betroffenen gestaltet wird und welche Herausforderungen dabei im Alltag auftreten, gerade in der Anfangszeit. Der Tag wurde von den Mitarbeiterinnen Frau Hunka und Frau Hebestreit vorbereitet. Sie sind ausgebildete Diplom -Sozialpädagoginnen mit entsprechenden Zusatzqualifikationen im Suchthilfezentrum der Diakonie Nordhausen. Mit viel Engagement gestalteten sie für uns abwechslungsreiche Gruppenarbeiten und bereiteten interessante Themen vor, sodass wir aktiv mitarbeiten konnten. Besonders schön war die offene, freundliche und respektvolle Art der Mitarbeiter der Einrichtung. Wir hatten jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die ausführlich und verständlich beantwortet wurden.
Insgesamt war der Besuch für uns eine sehr wertvolle und lehrreiche Erfahrung. Wir konnten viele neue Eindrücke sammeln und einen guten Einblick in die Arbeit mit suchtkranken Menschen gewinnen. Persönlich hat uns vor allem die Begegnung mit dem Betroffenen nachhaltig bewegt. Dieser Tag wird uns sowohl fachlich als auch menschlich begleiten und uns in unserer zukünftigen beruflichen Tätigkeit stärken.
Lilian Rose Küntzelmann
GP26B
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