„Bei Verdacht auf eine unzureichende Durchblutung der Herzkranzgefäße, einem akuten Herzinfarkt oder einer Aortenklappeninsuffizienz ist die Herzkatheter-Untersuchung das zuverlässigste Verfahren.“

Dies erklärte am vergangenen Freitag, 08.12.2017, Prof. Dr. med. Raffi Bekeredjian, Leiter des Herzkatheterlabors der Universitätsklinik Heidelberg, den angehenden medizinisch-technischen Assistenten für Funktionsdiagnostik.

Sein Vortrag beinhaltete zahlreiche allgemeine Aspekte zur Untersuchungstechnik, das Verfahren am Beispiel der koronaren Herzkrankheit erläutert, sowie therapeutische Möglichkeiten im Herzkatheterlabor.

Der Vortrag wurde unterstützt durch Videos, welche nicht einfach aus dem Netz gezogen wurden. Durch die Videos wurde es möglich, das Team vom Herzkatheterlabor der Uniklinik Heidelberg in den eigenen Räumen bei den Untersuchungen zu beobachten. Wir waren sozusagen „live“ dabei. Um das Ganze noch weiter zu veranschaulichen, brachte der Dozent Materialien mit, welche man bei einer Standarduntersuchung im Katheterlabor benötigt. Jeder Schritt wurde uns gezeigt und erläutert, sowie noch offene Fragen beantwortet.

Zur Durchführung erklärte Dr. Bekeredjian, dass unter Beobachtung mittels Röntgenstrahlung ein dünner Kunststoffschlauch über die Arterie in der Leiste oder am Arm bis zum Herzen eingeführt wird. Durch den eingeführten Katheter wird ein Kontrastmittel in die Herzgefäße gespritzt. So kann der Arzt genau sehen, an welchen Stellen Verengungen, Blutgerinnsel und Verschlüsse der Herzkranzarterien vorliegen.
Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse kann der Arzt über das weitere Vorgehen entscheiden und - wenn erforderlich - sofort mit der Therapie beginnen.
Bei einer Verengung beispielsweise, wird ein kleiner Ballon zur jeweiligen Stelle eingeführt, welcher die Verengung aufdehnen soll (= Ballondilatation). Ist dies durch eine Verkalkung nicht mehr möglich, kann diese Stelle mit einem speziellen Katheter aufgebohrt werden. Dieses Verfahren wird Rotablation genannt. In beiden Fällen kann nachträglich ein Stent (kleine Metallstütze) in das Gefäß eingesetzt werden, um dieses dauerhaft offen zu halten. Da der gesamte Vorgang über den Arterienzugang erledigt wird, ist der Patient während der Untersuchung bei Bewusstsein. Lediglich die Einstichstelle wird zuvor lokal betäubt.

Noch nie habe ich die Schüler der FD18 einem Vortrag mit so viel Begeisterung und Wissensbegierde zuhören sehen.
Wir bedanken uns für diesen fantastischen Vortrag bei Prof. Dr. med. Raffi Bekeredjian, sowie unserer Klassenlehrerin Frau Koppe für die Organisation.

Gina-Sophie Krause (FD18)
Auszubildende zur MTA-F

 

 

 

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